Bildungsgang
Zwei Jahre Vollzeit — der Einstieg in das soziale Berufsfeld
Die Ausbildung zur Sozialassistentin und zum Sozialassistenten dauert zwei Jahre und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Sie qualifiziert für die assistierende Arbeit in Kindertagesstätten, in der Behindertenhilfe und in der Pflege.
Sozialassistentinnen und Sozialassistenten arbeiten dort, wo Menschen im Alltag Unterstützung brauchen: beim Anziehen und Essen, beim Spielen und Lernen, beim Einkaufen und beim Weg zum Arzt. Sie arbeiten im Team und unter Anleitung einer Fachkraft — und übernehmen dabei von Anfang an echte Verantwortung.
Für viele ist der Abschluss der erste Schritt und nicht der letzte: Er ist in Sachsen-Anhalt die reguläre Zugangsvoraussetzung für die Erzieherausbildung. Wer die Sozialassistenz mit gutem Ergebnis abschließt, kann bei uns direkt in die Fachschule wechseln.
Inhalte der Ausbildung
Der Unterricht ist in Lernfelder gegliedert. Fachtheorie, Fachpraxis und allgemeinbildende Fächer greifen ineinander.
- Beziehung gestalten — Kommunikation, Gesprächsführung, Umgang mit Nähe und Distanz
- Menschen im Alltag begleiten — Körperpflege, Ernährung, Haushaltsführung, Mobilität
- Gesundheit und Pflege — Grundpflege, Erste Hilfe, Hygiene, Krankheitsbilder
- Spiel, Bewegung und Kreativität — Musik, Werken, Sport, Anleitung von Gruppen
- Beruf und Recht — Berufsbild, Arbeitsrecht, Datenschutz, Dokumentation
- Allgemeinbildung — Deutsch, Englisch, Mathematik, Sozialkunde, Religionspädagogik
Praxis
In beiden Ausbildungsjahren absolvieren Sie ein Blockpraktikum von je acht Wochen — eines in einer Einrichtung für Kinder, eines in der Arbeit mit erwachsenen oder älteren Menschen. So lernen Sie beide Seiten des Berufsfelds kennen, bevor Sie sich festlegen. Die Praktikumsplätze vermittelt die Schule.
Voraussetzungen und Abschluss
| Zugang | Hauptschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss; mit Realschulabschluss ist ein verkürzter Weg möglich |
|---|---|
| Dauer | 2 Jahre in Vollzeit, Beginn jeweils zum 1. August |
| Abschluss | Staatlich geprüfte Sozialassistentin / Staatlich geprüfter Sozialassistent |
| Zusätzlich | Erweiterter Realschulabschluss bei entsprechenden Leistungen |
| Anschluss | Erzieherausbildung in Vollzeit oder Teilzeit an unserer Fachschule |
Kosten und Förderung
Für die Ausbildung fallen Schulgeld sowie Kosten für Lernmittel und Exkursionen an. Je nach persönlicher Situation kommen Schüler-BAföG oder eine Förderung über die Agentur für Arbeit in Frage; die Fachschule ist nach AZAV zugelassen. Im Aufnahmegespräch klären wir gemeinsam, was für Sie möglich ist.
Häufige Fragen
Brauche ich Vorerfahrung in einem sozialen Beruf?
Nein. Ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr hilft, ist aber keine Bedingung. Wichtig ist, dass Sie sich die Arbeit mit Menschen zutrauen.
Kann ich mit der Sozialassistenz direkt in einer Kita arbeiten?
Ja, als Ergänzungskraft im Team. Die Leitung einer Gruppe setzt dagegen den Erzieherabschluss voraus.
Wie geht es nach den zwei Jahren weiter?
Die meisten unserer Absolventinnen und Absolventen wechseln direkt in die Erzieherausbildung — entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend, wenn sie schon eine Stelle haben.